Der Club der freien Denker
  Kurzgeschichte: Es liegt in den Genen
 

Es liegt in den Genen (Von Toni Köhnke alias The Clockwork)

Dunkel. Still. Emotionslos. Kalt. Hoffnungslos. Diese fünf Wörter reichen um das Bild, das wir nun näher betrachten werden, zu beschreiben. Wir bewegen uns im Himmel, wie eine unsichtbare Kamera, betrachten die Welt so frei wie ein Vogel. Aber Was sehen wir ? Dunkelheit. Kälte. Nichts. Die Welt liegt unter uns wie ein Gegner, der nach langer Schlacht besiegt wurde und nun mit der Scham der Niederlage leben muss. Wie ein alter Hund, dessen Arthritis ihm nicht erlaubt aufzustehen und seinem Herrchen beiseite zu stehen, als ihm der Einbrecher den Kopf zerschlägt.
Die einst riesigen Häuser von New York gleichen nur noch Ruinen. Zerfallen sind sie, nur noch ein Unterschlupf für die letzten Überlebenden. Das ganze Szenario ist in ein tiefes Schwarz gehüllt, großteils durch den Rauch der emporsteigt und dem Himmel die Luft raubt. Als einzigste Lichtquelle scheinen die Feuer zu dienen, die sich überall erstrecken und die Reste der Ruinen verschlingen. Ein trostloses Bild, nicht wahr? Durch den Rauch, den Nebel, kämpft sich nun unsere unsichtbare Kamera einen Weg nach unten frei. Immer tiefer bewegen wir uns in die Stadt, auf dessen dreckigen Willkommensschild immer noch der Name New York steht. Nach einem langen Flug durch die Dunkelheit erreichen wir endlich unser Ziel, den Boden. Wie wandern nun ein bisschen durch die Innenstadt. Vorbei an brennendem Schutt, Mülltonnen in denen das Feuer brodelt, vorbei an verlassenen Geschäft, die anscheinen schon alle ausgeplündert wurden... immer weiter.... und weiter.... bis wir Stimmen hören und letztendlich die Menschen sehen, denen die Stimmen gehören.
In einem Kreis sitzen sie um ein Lagerfeuer herum- genauer gesagt um eine Mülltonne die mit Benzin gefüllt und angezündet wurde. Der Atmosphäre halber bezeichnen wir es mal als Lagerfeuer.
Es sieht so aus, als wenn sie alle einem Mann bei Reden zuhören. Wie in den guten alten Zeiten bei den Pfadfindern, als man versuchte den anderen am Lagerfeuer mit seinen Geschichten Angst einzujagen. Der Mann sitzt auf einer alten Kiste, in dieser Situation einem Thron ähnelnd und er ist der König. Man sieht ihm an, dass er vieles durchgemacht hat. Sein Haar ist schon fast Schneeweiß, sein Gesicht von Falten durchzogen. Seine Augen, unter denen sich Tränensäcke befinden, strahlen eine seltsame, unwirkliche Weisheit aus. Wir wollen nicht weiter auf das Aussehen des Mannes eingehen, da dies eine unnötige Zeitverschwendung wäre und nicht für unsere Geschichte Relevant ist. Wir begrüßen die Leute so höflich wie es nur geht, damit sie nicht denken, dass wir Verbrecher wären. Dem Anschein nach, interessiert sie nicht, welche Vergangenheit wir haben, es zählt nur der Moment. Und um diesen Moment geht es. Der Erzähler erwiedert unseren Grüß und läd uns dazu ein sich zu ihnen zu gesellen. Wie nehmen diese Einladung natürlich dankend an, wärmen uns an den Flammen und hören dem Erzähler zu................


Fortsetzung folgt. Dies ist nur die Einleitung
 
  Das Copyright für diese Seite liegt bei mir (The Clockwork) und dem Club der freien Denker.  
 
=> Willst du auch eine kostenlose Homepage? Dann klicke hier! <=